Katervaterhasensohn

von Marlis Scharff-Kniemeyer und Jana Frey

In diesem Bilderbuch aus dem Jahr 2000 erzählt von Jana Frey und illustriert von Marlis Scharff-Kniemeyer geht es um den kleinen Hasen Konstantin mit den gepunkteten Ohren, der auf der Flucht vor dem Fuchs seine Eltern verliert.

Er macht sich auf die Suche nach Mama und Papa. Als er müde wird, beschließt er, dass der gerade gefundene Kater sein Papa sein muss und kuschelt sich beim Kater ein. Der Kater, der in einer kleinen Stadt lebt, nimmt Konstatin aus dem Wald mit zu sich nach Hause. Dort leben beide zusammen und der Kater bringt dem kleinen Hasen alles bei, was wichtig ist. Eines Tages hört Konstatin Hilferufe aus dem Wald. Der Kater und der kleine Hase schauen nach und befreien einen Hasen aus einer Fuchsfalle. Der alte Hase erkennt an den gepunkteten Ohren in dem Kleinen sofort seinen verlorenen Sohn und will diesen gleich mit nach Hause nehmen. Der Kater will sich davon schleichen und auch der alte Hase ist der Meinung, dass Hasen und Katzen nicht zusammen gehören. Da haben die beiden die Rechnung aber ohne Konstatin gemacht. Er überredet den alten Hasen und so kann der Kater mit in den Wald zu den Hasen kommen.

 

Ein sehr schön und warm illustriertes Kinderbuch für Kinder ab 4 Jahren. Thematisch sehe ich es eher kritisch, denn ein Findelkind sucht nicht selbst nach seinen leiblichen bzw. nach neuen Eltern. Aber noch schwieriger erscheint mir, dass ein Kind, wenn es die leiblichen Eltern wiederfindet, selbstverständlich mit dem ihm doch fremden leiblichen Elternteil mitgehen will und der Adoptivvater mit in das Zuhause der leiblichen Familie geht. Es wird der Anschein erweckt, dass der kleine Hase zukünftig zusammen mit dem Katervater im Wald bei den Hasen leben wird. Aber vielleicht sehen Kinder das nicht so eng und können besser abstrahieren, dass bei Tieren manches anders ist als beim Menschen. Jedenfalls muss man mit seinem Adoptivkind, wenn man dieses Bilderbuch liest, im Gespräch darüber bleiben, dass das Adoptivkind zur Adoptivfamilie gehört und dort auch immer bleiben darf. (M.R.)

PS: Das Buch kann im Bistum Limburg über die örtliche Katholische öffentliche Bücherei bei der Fachstelle für Büchereiarbeit in Hadamar ausgeliehen werden.